Kolonialismus und Rassismus

Dieser Themenbereich vermittelt den Teilnehmer_innen anhand von konkreten historischen und aktuellen Beispielen Grundlagenwissen zum Thema Kolonialismus und Rassismus. Anhand eines Zeitstrahls und einer Ausstellung setzen sie sich beispielsweise mit historisch gewachsenen Machtverhältnissen und ihrer Aktualität auseinander. Videos und Bilder regen zu einer kritischen Reflexion von alltäglichem diskriminierendem Schubladendenken an. Hierbei ist es uns besonders wichtig, die unterschiedlichen Erfahrungen der jungen Menschen bezüglich des Themas mit einzubeziehen. Darüber hinaus tauschen sich die Teilnehmer_innen über Beispiele für Widerstand gegen Rassismus und (post-)koloniale Ausbeutung aus.

In diesem Themenbereich stehen fünf verschiedene Bausteine zur Auswahl

Wie kommt es zu …? - Die Entstehung von Vorurteilen, Diskriminierung und der postkolonialen Welt

Dieser Baukasten stellt verschiedene Übungen für den Einstieg in die kritische Thematisierung von Kolonialismus und Rassismus zur Verfügung. Die TN können durch das Zeichnen und Raten von Begriffen die Funktionsweisen von Vorurteilen ergründen oder über ein Vortragsvideo die Folgen dominanter Geschichten thematisieren. Eine andere Übung ermöglicht es den TN, sich auf Grundlage eigener Erfahrungen eingehender mit Diskriminierung auseinanderzusetzen. Über ein Quiz lassen sich den TN wichtige Zahlen und Fakten zum Kolonialismus vermitteln. Das Legen eines Zeitstrahls mit Ereignissen des deutschen und europäischen Kolonialismus ermöglicht den TN, grundlegende Strukturen der Kolonialherrschaft herauszuarbeiten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die TN sich mit der deutschen Geschichte im Hinblick auf Migration, Rechte, Zugehörigkeit und Rassismus auseinandersetzen.

Die Konstruktion von Differenz und Ungleichheit - Rassismus als gesellschaftliches Phänomen

Dieser Baustein schafft bei den TN die Grundlage für eine rassismussensible Auseinandersetzung mit globalen Zusammenhängen. Nachdem sie aus verschiedenen Rollen heraus Untertitel für Fotos gefunden haben, reflektieren sie die Bedeutung von Stereotypen, gesellschaftlichen Positionierungen und dominanten Wahrheiten. Anschließend besuchen sie verschiedene Lernstationen. An diesen setzen sie sich mit den Funktionsweisen von Rassismus und zentralen Begrifflichkeiten zu seinem Verständnis auseinander. Außerdem beschäftigen sie sich mit Alltagsrassismus und anti-rassistischer Organisierung.

 

Europas koloniales Vermächtnis - Gewalt, Ausbeutung und anti-kolonialer Widerstand – und ihre weltweiten Folgen bis heute

In diesem Baustein behandeln die TN anhand konkreter Beispiele einerseits die lange Geschichte von Gewalt und Ausbeutung durch den europäischen Kolonialismus, andererseits den Widerstand dagegen. Daran erkennen sie, wie die jahrhundertelange koloniale Gewaltherrschaft und Ausplünderung durch Europa die heutige Welt und ihre (Macht-)Strukturen schufen. Hierzu sammeln sie zunächst eigene Assoziationen zu verschiedenen Themen, die ihnen anschließend in einer Ausstellung näher vermittelt werden. Die dortige Auseinandersetzung mit Themen wie Kolonialwarenläden, Zucker oder der fehlenden Aufarbeitung kolonialer Gewalt in Deutschland bildet die Grundlage für eine anschließende Diskussion postkolonialer Kontinuitäten mittels eines Meinungsbarometers.

 

Wer hilft hier wem? - Entwicklungszusammenarbeit und internationale
Freiwilligendienste kritisch betrachtet

Die kritische Auseinandersetzung der TN mit Entwicklungszusammenarbeit und entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten stehen im Zentrum dieses Bausteins. Zunächst wird mit einer oder mehreren Übungen aus dem Werkheft Wirtschaft eine Grundlage und Kontextualisierung in weltwirtschaftliche Machtverhältnisse geschaffen. Anschließend behandeln die TN mittels Video-Interviews und einem Gruppen-Puzzle verschiedene Positionen zum Thema Entwicklungszusammenarbeit. Darauf aufbauend erörtern sie ihre eigene Meinung und mögliche Alternativen. In einer Fishbowl-Diskussion setzen sie sich anschließend mit dem konkreten Beispiel entwicklungspolitischer Freiwilligendienste auseinander. Dies führt sie zu einer Reflexion eigener Haltungen und Annahmen.

Geschichte wird gemacht! - Anti-kolonialer und anti-rassistischer Widerstand
in Amerika und Deutschland

Mit den Übungen dieses Baukastens lässt sich die Auseinandersetzung mit Rassismus und Kolonialismus abschließen. Es gibt die Möglichkeit, ausgehend von US-Rapper Tupac Amaru Shakur, mit den TN die Geschichte anti-kolonialer und anti-rassistischer Widerstandsbewegungen in Nord- und Südamerika aufzuarbeiten. Außerdem können die TN über eine Präsentation, ein Video und eine eigene lokale Recherche einerseits die Erinnerungskultur und Geschichtsschreibung zum europäischen Kolonialismus kritisch hinterfragen sowie andererseits Ansätze kolonialismus-kritischer Geschichtsschreibung und Erinnerung kennenlernen.

 

Einige Ideen für weitergehende Aktivitäten in diesem Themenbereich: Vertiefende Aktivitäten nach dem Workshop.

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